Rückblick auf vier Beteiligungsprozesse für LEADER-Vorhaben

Wernikow

Wusterhausen

Gühlen-Glienicke

Herzberg

Im Rahmen des Eigenprojekts der LAG Ostprignitz-Ruppin wurden vier weitere Kinder- und Jugendbeteiligungen umgesetzt. Ziel ist es, junge Menschen bereits vor der Antragstellung in LEADER-Projekte einzubeziehen und ihre Ideen direkt in die weitere Planung einfließen zu lassen. Die Beteiligungen zeigen, dass Kinder und Jugendliche sehr genau wissen, was sie brauchen und wie ihre Orte lebendiger und attraktiver werden können. 

Werkstatt und Kreativraum in Wernikow: Schrauben, Drucken, Gestalten

Im ehemaligen Pfarrhaus in Wernikow soll eine neue Begegnungsstätte entstehen. Bei schönstem Wetter brachten Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren im Pfarrgarten ihre Ideen für künftige Werkstatt- und Kreativräume ein. Im Mittelpunkt stand für die meisten eine Werkstatt zum Schrauben an Mopeds mit Hebebühne, gutem Licht, geordnetem Werkzeug und einem stabilen, leicht zu reinigenden Boden.

Wichtig war den Jugendlichen außerdem, dass unterschiedliche Nutzungen gut getrennt werden. Holzarbeiten, Elektronik, 3D-Druck und Feinarbeiten brauchen passende Bereiche, um sich gegenseitig nicht zu stören. Neben der Ausstattung spielte auch die Atmosphäre eine große Rolle. Die Jugendlichen möchten bei Möbeln, Farben und Gestaltung mitentscheiden. Auch draußen wünschen sie sich Aufenthaltsqualität, etwa durch eine Feuerstelle oder Outdoorküche mit Sitzmöglichkeiten.

Ortseingang Wusterhausen: schön, praktisch und spielerisch

In Wusterhausen entwickelten Schulkinder Ideen für den neuen Ortseingang mit Bushaltestelle, einer dahinterliegenden Freifläche und einen Wegweiser. Mit Knete, Lego und Naturmaterialien gestalteten sie ihren neuen Ortseingang. Aus ihrer Sicht soll der Ort freundlich, bunt, praktisch und sicher werden.

Besonders stark wurde ein Wasserelement priorisiert, beispielsweise ein Teich oder Brunnen. Auch Bäume, Blumen und eine bienenfreundliche Blumenwiese waren den Kindern wichtig. Sie können sich gut vorstellen, selbst beim Pflanzen zu helfen und den Bäumen Namen zu geben. Für die Bushaltestelle wünschten sie sich Licht, Schutz vor Wind und Regen, eine digitale Anzeige mit Buszeiten und Verspätungen sowie Ablagen und Haken für Taschen und Jacken. Damit die Wartezeit nicht langweilig wird, entstanden Spiel-Ideen wie Tic Tac Toe, Himmel und Hölle oder eine Slackline zum Balancieren. Der Wegweiser soll bunt gestaltet sein und Orte zeigen, die für Kinder und Jugendliche wichtig sind – für Alle gut lesbar und auf passender Höhe.

Dorfgemeinschaftshaus Gühlen-Glienicke: Ein Jugendraum zum Wohlfühlen und Aktivsein

In Gühlen-Glienicke brachten Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 15 Jahren ihre Ideen für den Jugendraum im neu geplanten Dorfgemeinschaftshaus ein. Nach einer Ideensammlung wurden auch hier mit verschiedenen Materialien Modelle gebaut, die Ergebnisse auf Karten gesammelt und anschließend priorisiert. 

Besonders wichtig waren den Kindern und Jugendlichen eine gemütliche Chill-Ecke mit Couch oder Sitzsäcken, eine Hängeschaukel und LED-Beleuchtung. Für Spiel und Bewegung wünschten sie sich unter anderem einen Tischkicker, ein Bällebad, eine Kletterwand und eine Rutsche sowie Angebote wie Graffiti-Workshops. Außerdem wurden eine Playstation mit Fernseher, geschütztes WLAN, ein Ort für Hausaufgaben und eine Mikrowelle genannt. Für Sicherheit und Ordnung wünschten sich die Teilnehmenden Steckdosen mit Kindersicherung, einen Feuerlöscher und abschließbare Spinde.

Matschanlage in Herzberg: Wasser, Sand und ganz viele Möglichkeiten

In der Kita Eichholzstrolche in Herzberg entwickelten Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren Ideen für eine Matschanlage. Anhand von Bildkarten entstanden erste Vorstellungen, was Wasser und Sand alles „machen“ können, anschließend wurde mit verschiedenen Materialien die perfekte Matschanlage nachgebaut. Dabei wurde schnell deutlich, dass das Wasser nicht einfach nur fließen soll, sondern die Kinder den Lauf des Wassers selbst beeinflussen möchten. Besonders wichtig waren ihnen unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten und dass das Wasser gestaut und umgeleitet werden kann. 

Großen Anklang fand die Idee einer Wassermurmelbahn, in der Murmeln, Bälle, kleine Boote oder andere Gegenstände mit dem Wasser treiben und eine Rampe herunterrutschen können. Außerdem wünschen sich die Kinder Platz zum Matschburgen bauen sowie ein sauberes Becken zum Abwaschen von Steinen, Muscheln und Werkzeugen. Besonders deutlich wurde auch der Wunsch, bei der Umsetzung selbst mitzubauen oder mitzugestalten.

Rollerparcours und Minigolf in Herzberg: Bewegung mit viel Fantasie

Die älteren Hort-Kinder (6-8 Jahre) in Herzberg entwickelten Ideen für einen Rollerparcours und die Bahnen einer Minigolfanlage. Nach einer Ideensammlungs- und Austauschphase bauten sie mit Lego, Knete und Naturmaterialien Modelle ihrer neuen Spielanlagen. Für den Rollerparcours stellten sie sich eine abwechslungsreiche Strecke mit Kurven, Kreuzungen, Kreisverkehr, geraden Strecken, Tunneln, Brücken und Höhenunterschieden vor. Zugleich sollte der Parcours mit Elementen wie Ampeln, Straßenschildern oder Bushaltestellen wie der echte Straßenverkehr funktionieren. Eine besonders kreative Idee war ein Eichhörnchen am Stoppschild, das darauf achtet, ob alle anhalten. 

Für die Minigolfanlage wünschten sich die Kinder Bahnen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, Hügeln, Tunneln, Rampen, Brücken und fantasievollen Themen wie Tieren, Leuchtturm, Windmühle, Zug, Booten oder Flugzeugen. Auch eine Übungsstrecke und kleine Turniere waren ihnen wichtig.

Alle Projektträger*innen stellen ihre Anträge voraussichtlich zum 7. Ordnungstermin (Stichtag: 15. Oktober 2026). Die Ergebnisse der Kinder- und Jugendbeteiligungen fließen in die Projektanträge ein.

Weitere Infos zum LAG-Eigenprojekt finden Sie hier.